Zwangsdurchflutung

Ist ein Schritt im Fertigungsprozess eine Nassbehandlung, so muss man gewährleisten, dass die flüssigen Chemikalien alle Stellen der Leiterplatten erreichen. Dies gilt insbesondere für die Bohrlochwände. Sind diese Bohrungen allerdings sehr klein, gibt es aufgrund physikalischer Effekte wie der Oberflächenspannung Schwierigkeiten einer einheitlichen Bohrlochwandbenetzung. Durch erzwungene Strömung mittels Pumpen oder der mechanischen Bewegung der Leiterplatten in der Flüssigkeit wird eine Zwangsdurchflutung erreicht.

Warum werden die kleinen Bohrdurchmesser nicht ohne Zwangsdurchflutung benetzt?

Das liegt an der Neigung der Luft kleine Blasen zu bilden und diese an kritischen, für den Herstellungsprozess, anzukleben. Dieses Phänomen wird als Kavität bezeichnet.

Um die Kavität zu knacken, also die Blase zu zerstören, setzt man häufig Ultraschall ein. Leider ist es nicht so einfach, da nur wenn die Größe der Blase und die Frequenz des Ultraschall stimmen, eine Zerstörung der Blase gegeben ist. Daher wird die Frequenz des Ultraschall gerne "gewobblet" also über einen einstellbaren Bereich hin kontinuierlich verändert. Das kann man sich einfach vorstellen als ein Ton der kontinuierlich in der Höhe verändert wird.